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Verträge

Verträge zu entwerfen, ist eine lustige Sache. Lässt man beispielsweise einen Geschäftsführer und einen Rechtsanwalt einen Vertrag entwerfen, fallen diese völlig unterschiedlich aus. Während der Rechtsanwalt alles bis in das letzte Detail regeln möchte, konzentriert sich der Geschäftsführer auf „economic key points“ und setzt vieles voraus. Gerade diese „Voraussetzen“ irritiert Rechtsanwälte: sie hassen es, etwas vorauszusetzen. Sehr einfaches Beispiel: ein Kaufvertrag über ein Auto. Der Rechtsanwalt schreibt, dass der „Verkäufer zwei (2) Schlüssel übergeben muss“. Der Geschäftsführer schreibt das nicht, weil ein Auto ohne Schlüssel keinen Sinn ergibt und niemand auf die Idee käme, ein Auto ohne Schlüssel zu verkaufen.

Interessant ist auch die Abgrenzung von german-style und american-style. Deutsche Verträge sind kurz, transparent, klar strukturiert. Amerikanische sehr detailliert, für den Laien aber verwirrend und unübersichtlich. Die deutschen Verträge sterben langsam aus. Aber der Vormarsch amerikanischer Ideen lässt sich ja auch in anderen Bereichen nicht verhindern, wobei ich das überhaupt nicht negativ meine. Viele Ideen aus amerikanischen Verträgen sind ganz pfiffig. Definitionen am Anfang des Vertrages zum Beispiel. Hingegen sind 2-Seiten lange Inflationsklauseln wirklich gewöhnungsbedürftig. Es kann immer nur darum gehen, eine optimale Mischung finden: einen transparenten, aber detaillierten Vertrag.